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Kloster Immaculata
Oktober 2011

„Schwester Beatrix, wenn Du entlassen wirst, kommst Du zu uns ins Mutterhaus.  Du wirst im Rollstuhl sitzen müssen, Deine Verletzung am Bein ist schwer“, so Schwester Crescentia zu Schwester Beatrix. 

 „Man muss es annehmen. Wenn wir im Straßengraben gestorben wären, hätten wir auch nicht diskutieren können. Man muss es annehmen.“

Wir waren über Schwester Beatrix Antwort betroffen und sagten: „Du bist für uns ein Vorbild durch Deine Stärke.“

Beatrix: „Ich habe auch nicht die Kraft. Es ist Gnade, die man in dem Augenblick bekommt.“

Schwester Beatrix und Schwester Yolanda sind schwerverletzt nach Deutschland gekommen, getroffen von vielen Kugeln barundischer Rebellen.
Dank ärztlicher Kunst sind sie  außer Lebensgefahr.  Es stehen noch Operationen an. Beide wissen, dass sie äußerlich für  immer von dem Überfall gezeichnet bleiben, aber sie tragen keinen Hass in sich.

Sie sprechen immer wieder von dem Überfall. Sie wissen, dass gezielt auf sie geschossen wurde.  „Man“ wollte auf sich aufmerksam machen, entweder jemand aus der Politik oder aus der Kirche treffen. Dann horchen viele in Burundi – wenigsten für kurze Zeit – auf.

Die Schwestern wurden ausgesucht. Sie leiten das Hospital St. Augustin, welches bei der Bevölkerung sehr angesehen ist.
Wie oft sagte Schwester Beatrix zu uns: „Man hat durch diesen Überfall eigentlich die armen und kranken  Menschen in Gihanga bestraft.“

Aber wir hören von beiden Schwestern immer wieder: „Wir haben verziehen.“

Schwester Yolanda ist im Gesicht schwer gezeichnet, dass wird so bleiben.  Wir hören kein Jammern. Sie wird in absehbarer Zeit wieder operiert. Die Verletzungen am Kiefer und an der Hand sind noch erheblich.
Schwester Beatrix  wird Dank vieler Operationen ihr Bein wahrscheinlich behalten. Sie wird aber ihr Leben lang erheblich behindert sein. Mehrere Kugeln haben sie im Gesicht getroffen. Wie durch ein Wunder haben beide Schwestern aber keine Gehirnverletzungen.

Auf die fürsorgliche Frage, ob sie zur Verarbeitung des Geschehenen die Unterstützung eines Therapeuten benötigen, antwortete Schwester Beatrix:    

"Beten sie für mich."

 



Schwester Yolande im Mutterhaus,
Kloster Immaculata



In der Universitätsklinik Düsseldorf

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