,,Yolanda, wir werden sterben. Lass uns unseren Mördern verzeihen"
Auf der Straße nach Gihanga, ihrem Dorf, warteten die Mörder auf sie. 5 Schwestern der afrikanischen Ordensgemeinschaft Bene Umukama und 2 afrikanische Priester waren in dem Bus des Hospitals St. Augustin unterwegs.
Rebellen in Polizei- und Militäruniformen stoppten das Fahrzeug und eröffneten sofort das Feuer. Gezielt schossen sie auf die Schwestern. In der Meinung, dass Schwester Beatrix und Schwester Yolanda tot seien, schrieen sie die anderen an: „Macht das ihr weg kommt, sonst kommt ihr auch noch dran.“
Die Schwestern und Priester flohen, erlitten aber teilweise auch noch „leichtere“ Schussverletzungen.
Schwester Beatrix, die Leiterin des Hospital St. Augustin und Oberin der Schwesterngemeinschaft, erlitt schwere Schussverletzungen im Gesicht und am Schädel, sowie am Bauch und Bein. Schwester Yolande erlitt eine schwere Schussverletzung der gesamten linken Gesichtshälfte mit Verlust des Auges.
Schwester Beatrix konnte berichten, dass sie während des Überfalls immer bei Bewusstsein war und das ganze Drama wach miterlebt hat.
Die Banditen glaubten die beiden Schwestern tot, sie plünderten den Bus, schossen ihn in Brand und verschwanden im Busch.
Schwerverletzt konnten die beiden Schwestern aus dem brennenden Bus auf die Straße rutschen.
Schwester Beatrix berichtet: „Ich habe Yolande zugeflüstert. Yolanda, wir sterben. Gott hat uns noch eine kurze Zeit zur Vorbereitung gegeben. Lass uns unseren Mördern verzeihen.“
Einer der Banditen kam zurück. „Die leben ja noch“, sagte er. Es folgten nicht die nächsten Kugeln von ihm. Schwester Beatrix sagte zu ihm: „Nimm meinen Gürtel und binde mein Bein ab.“ Er tat es und verschwand.
Schwester Beatrix hatte ihr Handy in der Kleidertasche. Sie konnte ein Lebenszeichen geben und es kam Hilfe
Die Banditen wollten ein Zeichen setzten, auf sich aufmerksam machen. Das Zeichen haben Schwester Beatrix und Schwester Yolanda gesetzt. „Wir wollen ihnen verzeihen!“
Die Bitte um Hilfe kam von Bischof Jean und der Generaloberin der Bene Umukama Schwester Revocata. Nach ihren Möglichkeiten wurden die Schwestern in Gihanga und Bujumbura ärztlich versorgt. Schwierig gestaltete sich die Organisation des Transportes nach Neuss. Von vielen, vielen Seiten erhielten wir Hilfe. Die Geschäftsführer und Ärzte der Augustinus-Kliniken, die Malteser, das Burundi Komiteé und viele mehr sagten Hilfe zu und unterstützten uns bei der Organisation des Transportes - und unterstützen uns immer noch. In Burundi liefen ähnliche Aktionen. Schwester Revocata erhielt viel Unterstützung vom Nuntius in Burundi . Durch Vermittlung des Vatikans wurde eine SOS Flugambulanz organisiert und so kamen die Schwerverletzten mit medizinischen Betreuern auf dem Düsseldorfer Flughafen an.
„Urakoze, Mama Crescentia“ ,,Danke", flüsterte Schwester Beatrix Schwester Crescentia nach der Landung in Düsseldorf zu.
Die Erstversorgung in Deutschland erfolgte im Johanna-Etienne Krankenhaus. Mittlerweile werden beide Schwestern in der Universitätsklinik Düsseldorfer hervorragend ärztlich behandelt und betreut. Wir sind einfach nur dankbar, mit welcher Anteilnahme und Respekt die Schwestern dort behandelt werden.
Beide Schwestern sind orientiert und können sich etwas äußern. Sie haben noch einen sehr langen Weg in Deutschland vor sich. Wir sind fest an ihrer Seite und an der Seite der Schwestern in Burundi.
Die Hilfsbereitschaft ist groß. Wir sind sehr,sehr dankbar.
Wir danken allen, die mit uns beten, uns Mut zusprechen und uns unterstützen.
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„Urakoze“ „Danke“
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Schwester Beatrix und Schw. Crescentia im Kreißsaal im Hospital St. Augustin, Gihanga

Schwester Yolande neben der blau gekleideten Novizin
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Schwester Beatrix beim Besuch in Deutschland

Ausflug in die Eifel
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